Unsere Ziele

Was wir erreichen wollen

Nach dem plötzlichen Tod unserer Schwester im Sommer 2018 fühlten wir uns oft allein gelassen – mit unserer Trauer, Ratlosigkeit und mit all den Dingen, die plötzlich entschieden und erledigt werden mussten. Zwar haben wir in den ersten Tagen erfahren, dass erste seelische Hilfe für nahe Angehörige schnell verfügbar war, wenig später erlebten wir aber auch, wie schnell diese Unterstützung endet. Es folgte ein riesiges Loch, und wir mussten kämpfen, um nicht darin zu versinken.

Das Ziel von LichterSchatten ist es, Angehörige und enge Freunde, die den plötzlichen Verlust eines jungen Menschen erfahren mussten, vom ersten Tag an zu begleiten und so lange zu unterstützen, wie sie es benötigen. Dazu wollen wir vorerst mit etablierten Hilfsangeboten wie der Notfallseelsorge, bestehenden Trauergruppen und den Berliner Traumaambulanzen zusammenarbeiten. Stück für Stück wollen wir jedoch unser eigenes Spektrum an Hilfsangeboten ausbauen, um schließlich alles Notwendige unter unserem Dach abdecken zu können.

Um diese Ziele so schnell wie möglich zu erreichen und jeder/m Betroffenen, unabhängig von finanzieller Situation, Kultur, Religion oder sozialem Status unsere Hilfe anbieten zu können, benötigen wir Unterstützung.

Trauerbegleitung

Für uns ist Trauerbegleitung mehr als Seelsorge oder ein gelegentliches offenes Ohr. Wir möchten, dass Trauernde zu jedem Zeitpunkt zu uns kommen können und wir Ihnen die Zeit und Hilfe geben, die Sie wirklich brauchen.

Wir wollen zuhören und Begleitung in jeder erdenklichen Situation anbieten. LichterSchatten soll bei der Suche nach dem passenden Bestatter helfen und bei Fragen rund um die Beerdigung zur Verfügung stehen. Bei Bedarf möchten wir Trauernde auch auf schweren Wegen begleiten – zum Beispiel wenn persönliche Gegenstände des geliebten Menschen von der Polizei oder vom Krankenhaus abgeholt werden müssen.

LichterSchatten möchte auch Ansprechpartner sein, wenn der plötzliche Tod eines lieben Menschen schon länger zurückliegt – möglicherweise bereits Jahre oder Jahrzehnte. Jeder Jahrestag, jedes Ereignis, das an den geliebten Menschen erinnert, kann uns auf unsere Hilflosigkeit und Trauer zurückwerfen. Gerade dann aber fehlt oft das Verständnis unseres Umfelds. Manchmal hört man Sätze wie: “Bist du immer noch nicht darüber hinweg?” Wir wissen, dass nicht alle Wunden automatisch mit der Zeit geheilt werden.

TrauerGRUPPEN

Ein Austausch mit anderen Betroffenen kann eine große Hilfe sein, wenn es darum geht, die Ereignisse und die eigenen Gefühle zu verarbeiten. Leider gibt es zu wenige solche Angebote – und die, die es gibt, sind oft mit Einschränkungen verbunden. Manche Treffen finden nur monatlich statt, andere sind nur gegen Teilnahmegebühr möglich. Wir möchten wöchentliche Trauergruppen anbieten, und zwar für alle Betroffenen. Auch für Personen, die leider oft vergessen werden: die beste Freundin seit Kindergartentagen, der Großvater, der sein einziges Enkelkind verloren hat, die Lieblingstante, der Cousin…

Für all diese Menschen soll ein geschützter Rahmen entstehen, um sich auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und sich gegenseitig Halt zu geben – ein Raum, wo unter professioneller Moderation jeder zu Wort kommt, niemand übergangen wird.

Traumahilfe

Ein plötzlicher Verlust kann eine große psychische Belastung für die Angehörigen sein. Niedergeschlagenheit, Albträume und Unruhe sind unter diesen Umständen normale Stressreaktionen. Manchmal jedoch halten diese Symptome länger an. Im schlimmsten Fall können Folgeerkrankungen wie Depressionen oder posttraumatische Belastungsstörungen entstehen. Dann raten wir zu einer psychotherapeutischen Behandlung. Vorrangiges Ziel ist dabei, die Belastungssymptome zu mildern. Gemeinsam mit der Psychotherapeutin oder dem Psychotherapeuten werden die vorhandenen Ressourcen gestärkt, weiteren Traumafolgestörungen wird präventiv entgegengewirkt.

Oft ist es jedoch schwierig, einen geeigneten Therapieplatz zu finden. Wartezeiten von sechs Monaten sind in Berlin keine Seltenheit. Selbst dann ist aber keineswegs gewährleistet, dass der Therapeut der richtige ist für Ihre spezielle Extremsituation.
Darum planen wir ein entsprechendes Therapieangebot mit spezialisierten Traumatherapeuten, orientiert am Beispiel der Berliner Traumaambulanzen. Besonders wichtig: dass diese Hilfe schnell und unbürokratisch in Anspruch genommen werden kann.